Bricciusbote

DER BRICCIUSBOTE ist unser Kirchenblättchen.  Hier erfahren Sie alle Termine und manche andere interessante Information über unser Gemeindeleben.

September 2021 Oktober/November 2021

 

 

Auf Wunsch können wir Ihnen den aktuellen Bricciusbote als PDF-Dokument zusenden. Teilen Sie uns bitte per   mit,  ob Sie den Bricciusbote regelmäßig auf diesem Weg erhalten möchten.

 

 

 

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel. Monatsspruch
September
Haggai 1, 6
Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. Monatsspruch
Oktober
Hebräer 10, 24

Jesus Christus spricht: 
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Jahreslosung 2021
Lukus 6, 36

Das neue Jahr ist kaum ein paar Tage alt und hinter uns liegt das vergangene. Die Jahreslosung: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“, passte zum vergangenen Jahr im Blick auf die Schwierigkeiten, die wir hatten, unseren Glauben in Gemeinschaft auszuüben. Wie wird das kommende Jahr? Ich kann es nicht sagen. Das Einzige, was vor mir liegt (im Sinne eines Überblicks) ist das Vergangene. Aber: schon werden die Fragen nach dem, was kommt, drängender. Barmherzigkeit ist ein Gebot Jesu, durch das sich seine Jüngerinnen und Jünger nicht nur als Hörende, sondern als Handelnde erleben sollen.

Und übers Handeln schreiben, geht natürlich, mal einfacher mal schwerer – denk ich – und da kommen gerade neue Freunde (von der Bürgerstiftung Halle) an die Tür und erzählen von einem „Empathie Flashmob“ heute am AOK-Gebäude, an der Würfelwiese. Auf Nachfrage wird deutlich, dass es darum geht miteinander „Corona-konform“ 10 min zu gehen: einer hört zu, die andere erzählt. Und ich denk: Genau! Barmherzigkeit, einander mitteilen, dem Anderen Aufmerksamkeit schenken und erfahren, dass mir Aufmerksamkeit geschenkt wird. Eine ziemlich konkrete Übersetzung des Gebotes zur Barmherzigkeit: Empathie-Flashmob. Ob sich die beiden der Jahreslosung dabei bewusst sind?

Und mir kommen weitere Fragen: wo kann ich Barmherzigkeit außerhalb und innerhalb der Grenzen unserer Kirchengemeinden wahrnehmen? Ist es nicht so, dass wir Menschen das schon automatisch tun, weil wir vom Miteinander leben? Ja und nein. Wir leben vom Miteinander. Es tut unseren Seelen gut, füreinander da zu sein. Es tut uns gut, zu helfen, sich des Armen anzunehmen. Nein, denn Menschen neigen dazu, das eigene Ich unverbunden mit dem Du in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen. Dieses Du kann und soll Gott sein. Dieses Du kann der Nächste aber auch der Ferne sein. In der Feldrede kommt der Aufruf zur Barmherzigkeit direkt nach dem Gebot der Feindesliebe. Danach kommt die Aufforderung: „Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.“

Barmherzigkeit ist ein schillernder Begriff. Wenn ich nachschaue, was er bedeutet, so finden Verweise und Bedeutungshorizonte kaum ein Ende. Es wird auch dabei deutlich: Barmherzigkeit zielt auf ein Fühlen, eine Haltung und auf das Handeln. Es gibt viele Geschichten in der Bibel, die von der Barmherzigkeit Gottes handeln. In vielen Geschichten wird deutlich, wie Menschen miteinander barmherzig (und hartherzig) umgehen. Ich nehme gegenwärtig war, dass wir uns an Distanz und Abstand gewöhnen. So wird es für das kommende Jahr umso wichtiger sein, sich – in welcher Weise auch immer – nahe zu kommen und füreinander da zu sein. Einen „Empathie-Flashmob“ scheint mir schon einmal ein guter Einstieg zu sein.


Allen Leserinnen und Lesern, unseren Gemeinden, der Kirche Jesu in unserer Zeit wünsche ich Gottes Segen.


Martin Schmelzer, Pfarrer