Bricciusbote

DER BRICCIUSBOTE ist unser Kirchenblättchen.  Hier erfahren Sie alle Termine und manche andere interessante Information über unser Gemeindeleben.

oktober 2018 november 2018

 

 

Auf Wunsch können wir Ihnen den aktuellen Bricciusbote als PDF-Dokument zusenden. Teilen Sie uns bitte per   mit,  ob Sie den Bricciusbote regelmäßig auf diesem Weg erhalten möchten.

 

 

 

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Monatsspruch
November
Offenbarung 21, 2
Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut. Monatsspruch
Dezember
Matthäus 2, 10

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Jahreslosung 2018
Offenbarung 21, 6

Es gibt etwas umsonst!
Wenn Sie jetzt nicht auf der Website der Bricciusgemeinde wären, sondern einen Prospekt des nächsten Supermarktes betrachteten, würden Sie vielleicht an einen Werbespruch denken: Es gibt etwas kostenlos! Gratis! Wenn es etwas umsonst gibt, horche ich auf. Landet eine Werbebroschüre mit dem Aufruf „Gratis – für Sie!“ in Briefkasten, dann sehe ich schon genauer hin, was angeboten wird. Wenn wir in der Fußgängerzone unterwegs sind und es kostenlos einen Luftballon gibt, greifen die Kinder gerne zu.

Was wird hier umsonst angeboten? Wasser. „Wie bitte, bloß Wasser?“ wäre vielleicht die Reaktion auf der Straße. „Einen Kaffee oder eine Brause wäre mir lieber.“ Wer hört, dass es bloß Wasser umsonst gibt, lehnt womöglich bald schon wieder ab. Denn Wasser gibt es ja fast kostenlos aus unseren Wasserhähnen. In unserm Land zahlen wir jedenfalls nicht viel für den Liter und wissen es deshalb oft nicht so gut zu schätzen. Kaum können wir überhaupt nachvollziehen, was es heißt, richtig durstig zu sein. Wenn man in einem warmen Land Urlaub macht oder eine lange Wanderung unternimmt, kann man erfahren, was Durst bedeutet. Wenn die Sonne vom Himmel brennt und die Wasserflasche schon lange leer ist, wenn die Gedanken nur noch darum kreisen, wann es das nächste Mal einen Schluck Wasser gibt, dann erst ist der Durst wirklich groß. Wenn die Kehle trocken ist und man am eigenen Leib spürt, wie dringend der Körper etwas zu trinken braucht, dann erfährt man richtigen Durst.

Die Menschen der Bibel kannten hohe Temperaturen besser als wir. Wasserquellen und Brunnen haben für sie eine enorme Bedeutung gehabt, für sich selbst, für ihre Tiere und zur Bewässerung der Gärten.

Doch hier geht es um mehr als den Durst nach Wasser. Es geht um den Durst nach erfülltem Leben und diesen Durst kennen viele, vermutlich alle Menschen. Und so gibt es auch viele Angebote, die diesen Durst stillen sollen, viele Glücksverspechen. Manche investieren in die Karriere, andere tun alles für ihre Kinder oder für die Erhaltung der Gesundheit. Man kann versuchen, das eigene Leben zu planen, sich gegen Unglücksfälle zu versichern oder möglichst viel von der Welt zu sehen. Doch gerade in unserer Konsum- und Erlebnisgesellschaft werden Bedürfnisse selten dauerhaft befriedigt, bald schon werden wieder neue geweckt und so bleibt der Lebensdurst oftmals ungestillt. Sind all diese Dinge jedoch auf Dauer erfüllend oder sind sie nur eine Beschäftigung, um von der eigenen inneren Leere abzulenken? Was gibt mir nachhaltig Lebenskraft und innere Stärke? Was gibt meinem Leben Sinn und Tiefe? Aus welcher Quelle lebe ich?

Die Jahreslosung für das Jahr 2018 regt an, darüber nachzudenken, welche Rolle der Glaube an Gott bei der Lebensgestaltung spielt. Gott verspricht, dem Durstigen aus der Quelle lebendigen Wassers zu geben. Sich an ihm auszurichten bedeutet, nicht zu sehr um sich selbst und um die Verwirklichung bestimmter Lebensziele zu kreisen. Damit will er unserem Leben Sinn und Tiefe geben. Aus seiner Kraft zu leben bedeutet, eine Quelle zu haben die nie versiegt. Und das beste ist: aus ihr zu schöpfen ist wirklich umsonst.

 

Ihre Pfarrerin Grietje Neugebauer

 
 


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