Bricciusbote

DER BRICCIUSBOTE ist unser Kirchenblättchen.  Hier erfahren Sie alle Termine und manche andere interessante Information über unser Gemeindeleben.

März 2020 April 2020

 

 

Auf Wunsch können wir Ihnen den aktuellen Bricciusbote als PDF-Dokument zusenden. Teilen Sie uns bitte per   mit,  ob Sie den Bricciusbote regelmäßig auf diesem Weg erhalten möchten.

 

 

 

Jesus Christus spricht: Wachet! Monatsspruch
März
Markus 3, 37
Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Monatsspruch
April
1. Korinther 15, 42
Im April feiern wir Ostern. Wir feiern den Sieg des Lebens über den Tod. Wir feiern die Auferstehung Jesus von Nazareth von den Toten. Von hier kommen wir als christliche Gemeinde. Würde es die Erfahrung des Ostermorgens im Glauben der Freundinnen und Freunde Jesu nicht geben, gäbe es auch uns als Kirche nicht.

An vielen Stellen wird dieser Glaube in Zweifel gezogen. Kann das wirklich sein? Ist das nicht eine fromme Erfindung? Zu allen Zeiten waren die Zweifel da oder: die Botschaft von Ostern war einfach nicht wichtig, weil andere Themen wichtiger waren. Aber: es geht in unserem Glauben um Leben und Tod. Ich sehe vor mir das mächtige Kreuz in der Trothaer Kirche. Es zeigt den leidenden Christus. Bei einem Besuch von Schülerinnen und Schülern der Saaleschule jetzt im März habe ich erlebt wie Jugendliche von diesem Kruzifix beeindruckt waren. Hier trägt einer das Leid der Welt. An diesem Kreuz können wir unser Leiden eintragen. Unsere Angst, gerade auch die, die uns alle betrifft, die letzte Angst vor dem Tod. In diesen Tagen wird in Europa und weltweit diese Angst sehr mächtig durch die Ausbreitung des Corona-Virus. Wir sollten an dieser Stelle nicht weg sehen. Es scheint so als wird dieses Virus unser Leben in der kommenden Zeit sehr verändern. Ich beobachte dabei, dass die Angst an vielen Orten lähmend wirkt. Dass wir herausgefordert werden uns vor unseren Mitmenschen zu schützen indem wir ihnen nicht zu nahe kommen und auf körperlichen Kontakt mehr oder weniger verzichten.
 
In welcher Weise wird sich unser Glaube vom Sieg des Lebens über den Tod in der kommenden Zeit bewähren? Können wir festhalten am Licht, das in der Finsternis scheint? Schaffen wir es der Panik und der lähmenden Angst die frohe Botschaft entgegenzusetzen? Wir werden herausgefordert in unserem Glauben, der sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten – zumindest hier in Mitteleuropa – kaum solch existentiellen Herausforderungen gegenüber gestellt sah. Oder? Ist es nicht so, dass wir in sehr vielen Momenten unseres Lebens genau damit konfrontiert werden, dass Angst, Sorge, Tod unserem Leben begegnen? Ich denke an die Menschen, die einen geliebten Angehörigen verloren haben. An die Menschen, die unter Krankheit, Vernachlässigung, Gebrechlichkeit zu leiden haben. Da wird das Leben infrage gestellt. Gott wird gerade in solchen Situationen als heilsame Kraft erfahren. Und das, indem wir einander beistehen, miteinander beten und danken, aneinander denken und uns gegenseitig helfen.

Es wird verweslich gesät, schreibt Paulus. Und es wird unverweslich auferstehen. Ich wünsche uns allen, dass das Licht des Ostermorgens in unser Dunkel von Angst leuchten möge. Da ist Hoffnung. Im Kreuz und in der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Amen.
                     Ihr Pfarrer Martin Schmelzer

Ich glaube, hilf meinem Unglauben

Jahreslosung 2020
Markus 9, 24

Liebe Leserinnen und Leser,

die Worte der Jahreslosung entstammen einer Heilung, wie sie im Markusevangelium berichtet wird. Ein Vater bringt seinen kranken Sohn zu Jesus. „Wenn Du kannst, so hilf ihm“, sagt der Vater und Jesus antwortet: „Alle Dinge sind möglich, dem der glaubt.“ Und der Vater antwortet eben jene Worte der Jahreslosung. Ehrlich, widersprüchlich und wohl aus tiefstem Herzen mit großer Liebe zu seinem Sohn. Er weiß, niemand kann hier heilen. Ich habe nicht die Kraft. Aber da bist Du, der Heiler, Rabbi, Erlöser, Messias, Sohn Gottes. Ich sehe die Taten, die du tust. Ich habe gehört von dir. Ich würde gerne meinem Sohn helfen – aber ich kann es nicht. Ich glaube, hilf meinem Unglauben.

Heute? In der Kirche kommen wir zusammen, hören Gottes Wort, singen, beten. In Kreisen und Gruppen haben wir Gemeinschaft, geben einander Kraft. Das ist gut. Wir gehören zu seiner Gemeinde. Zugleich gibt es viel, was Sorgen bereitet: Weniger Christinnen und Christen, weniger Geld in den Gemeinden und in Zukunft auch auf anderen Ebenen. Weniger Mitarbeitende. Und dann sind da ja auch noch all die Dinge, die mit unserer an vielen Stellen kranken Welt und Umwelt zusammenhängen von denen wir hören und sehen.

Woher kommt uns Hilfe? Der Anfang der Hilfe geschieht genau dort, wo wir wie der Vater in der Begegnung mit Jesus unsere Ohnmacht erkennen. Wenn Gottes Geist wirken soll, braucht es die Möglichkeit loszulassen: vom eigenen Stolz, alles selbst machen zu wollen, von der vom Menschen gemachten Welt, ja sogar vom eigenen Leben. Wer glaubt erkennt, dass dieser Glaube etwas mit Demut zu tun hat. Einen Schritt zurück gehen, Runterfahren, Innehalten und beginnen mit Hören, Lauschen und hoffen: da kann einer helfen. Das Ziel und der Ursprung unseres Glaubens ist Gott. Und Gott ist alles möglich – darauf können wir vertrauen.

Gebet
Barmherziger Gott, Du kommst auch uns nahe in Jesus Christus.
Hilf uns, seine Gegenwart bei allem was wir tun zu fühlen.
Schenke uns Licht in Dunkelheit, Dankbarkeit im Alltag.
Du bist unser Ursprung und unser Ziel.

Amen
Pfarrer Martin Schmelzer